Aus der Zeitung
Aus Musikvereinigung
Feierliche Vesper in der Schlosskirche
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- 14. Dezember 2009 - von Ruth Candussi
Zu hören bekam das Publikum u. a. Motetten und Choräle aus dem Advent und der Vorweihnachtszeit sowie Trompetensolos von Peter Deichgräber. Auch der Kinderchor der Musikvereinigung sang. Liturgisch durch die Musikalische Adventsvesper führte Pastorin Sylvia Laue. Einen ausführlichen Bericht erhalten Sie in unserer morgigen Ausgabe.
Bach und Haydn im Haderslebener Dom
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- 24. Oktober 2009 - von Claudia Knauer
- Erfüllt von einem ganz besonderen Musikerlebnis gingen die vielen zahlreichen Zuhörer im Haderslebener Dom am Freitag Abend nach dem Premierenkonzert der Nordschlesiwgschen Musikvereinigung nach Hause.
Johann Sebastian Bachs Kantate 172 und Joseph Haydns Missa in Angustiis gaben dem über 100-köpfigen Chor unter der Leitung von Peter von der Osten mehr als bei anderen Oratorien die Möglichkeit, ihr Können in vielen Variationen zu entfalten. Die vier Solisten und das Kammerorchester des schleswig-holsteinischen Landestheater sorgten zusammen mit dem Chor für 75 Minuten spannender Kirchenmusik. Weitere Konzerttermine: am Sonnabend um 16 Uhr in der Nikolaikirche in Apenrade und am Sonntag ebenfalls um 16 Uhr in der Klosterkirche in Lügumkloster.
Konzerte der Musikvereinigung mit Bachs Kantate 172 und Haydns »Missa in Angustiis
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- APENRADE/AABENRAA - 21. Oktober 2009 - von (DN)
- Als Solisten sind Dorothee Velten, Sopran, Christa Bonhoff, Alt, Dantes Diwiak, Tenor, und Jeppe Hartvig Friis, Bass, zu hören
Die Nordschleswigsche Musikvereinigung (NMV) veranstaltet drei Konzerte, auf deren Programm Johann Sebastian Bachs Kantate 1972 »Erschallet, ihr Lieder« und Joseph Haydns »Missa in Angustiis«, die sog. »Nelson-Messe«, stehen. Die Konzerte finden am kommenden Freitag, 23. Oktober, 20 Uhr, im Dom zu Hadersleben, am Sonnabend, 24. Oktober, 16 Uhr, in der St.-Nikolai-Kirche in Apenrade sowie am Sonntag, 25. Oktober, 16 Uhr, in der Kirche zu Lügumkloster unter Leitung von Musikdirektor Peter von der Osten, Apenrade, statt. Die letzte große Hauptprobe des Chores der NMV forderte am Montagabend noch einmal alle Konzentration, bevor heute Abend das Orchester zum ersten Mal zur gemeinsamen Probe kommt. Das Singen zusammen mit dem Orchester erhöht das Klangbild für die Choristen um ein Vielfaches; es wird viel schwerer, seine eigene Stimme wie gewohnt zu hören, die Lautstärken zu differenzieren und die Orientierung im Chorsatz exakt zu finden. Das sog. Konzertorchester setzt sich aus Musikerinnen und Musikern des Flensburger Theaters zusammen. Zum großen Teil kennen sich die Instrumentalisten und die Chorsänger schon seit vielen Jahren. Die Intendanz des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters kommt der NMV insofern sehr entgegen, als in dieser Woche in Flensburg keine Proben für Orchester auf den Plan gesetzt werden. Auch die Solisten reisen heute an. Der Ernst beginnt für sie am morgigen Donnerstag mit einer Klavierprobe, wo Einzelheiten der Interpretation festgelegt werden. Hier gilt es an erster Stelle, den Gestaltungswillen des Dirigenten umzusetzen, aber die große Erfahrung der Solisten aus anderen Aufführungen, in denen sie die Werke bereits gesungen haben, ergeben einen lebendigen Dialog untereinander um die besten Ergebnisse. Einander motivieren und zuhören ist somit das oberste Gebot zwischen Chor, Solisten, Orchester und Dirigenten. Die Sopranistin Dorothee Velten singt zum ersten Mal im Konzert der Musikvereinigung. Sie stammt aus einer Kirchenmusikdirektoren-Familie aus Regensburg und hat bereits sehr früh solistische Aufgaben übernommen. Ihr Hauptfach Operngesang hat sie mit großer Bravour an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover absolviert und kann bereits jetzt auf eine Reihe internationaler Konzerte zurückblicken. Die Altistin Christa Bonhoff hat bereits im vergangenen Jahr die Konzerte der Musikvereinigung gesungen. Zusammen mit ihrem Mann, Dantes Diwiak, Tenor, ist sie Mitglied des renommierten NDR-Chores in Hamburg. Sie hat eine Ausbildung zur Kirchenmusikerin und ein umfassendes Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Hamburg abgelegt. Mit ihrem dunkel gefärbten, leichten Gesang begeisterte sie im letzten Jahr. Diesmal wird ihr Mann Dantes Diwiak auch dabei sein und die Tenorpartie übernehmen. Als gebürtiger Slowene wuchs er in Deutschland auf und genoss seine musikalische Früherziehung beim Vater. Mit zwölf Jahren wurde er Saarland-Vizemeister im klassischen Akkordeon. Er studierte zunächst Schulmusik und Germanistik an der Hochschule des Saarlandes, nach dem Examen schloss sich ein Opernstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover bei Prof. Theo Altmeyer an. Der Bass-Solist Jeppe Hartvig Friis stammt aus Hadersleben und hat bereits bei zahlreichen Konzerten des Chores mitgewirkt. Nach vielen Jahren als Sänger im Opernchor der Hamburgischen Staatsoper ist Jeppe Friis wieder nach Hadersleben zurückgekehrt, und ist in vielen Konzerten im Dom und in der Herzog- Hans-Kirche zu hören; ebenso ist er als Gesangspädagoge sehr gefragt. In der über 100-jährigen Tradition der Nordschleswigschen Musikvereinigung mit ihrem Anfang als Haderslebener Musikverein ist es nicht leicht, jedes Jahr ein neues Musikprogramm zu entwerfen. »Eigentlich sind im Laufe der Jahre fast alle Werke der Oratorienliteratur gesungen, die im Schwierigkeitsgrad und in der Anzahl der Orchestermusiker machbar sind«, sagte von der Osten. Diesmal sind es neue Werke. Die Kantate »Erschallet, ihr Lieder« von Johann Sebastian Bach wurde zuvor noch nicht aufgeführt. Die für den Pfingstsonntag geschriebene Kantate ist strahlend, froh und erwartungsvoll; und im Laufe der fünf Arien und Rezitative weisen Musik und Text bereits auf Weihnachten hin. Zum ersten Mal erklang das Werk in der Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul im Jahre 1714; die Kantate trägt die Nummer 172 von insgesamt 217 Kantaten Bachs, jeweils vorgesehen für die Sonntage des Kirchenjahres. Die sog. »Nelsonmesse« von Joseph Haydn ist das zweite Werk im NMV-Konzert. Haydns alleinige Bezeichnung ist aber nur »Missa in Angustiis« – eine Messe in Bedrängnis, in Not und Sorge. Der Name »Nel- sonmesse« steht in vielfach vermutetem Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen um 1800 und der Begegnung Haydns mit Admiral Nelson; es wird sogar auch vermutet, Admiral Nelson habe Joseph Haydn musikalisch inspiriert oder gar beraten. Diese geschichtlichen Hintergründe sind aber sehr weit von der tief ergreifenden, Trost spendenden Komposition entfernt – zu weit, als dass sie unmittelbar Bedeutung für die Aufführung haben könnten. Diese Messevertonung Haydns aus dem Jahre 1798 – jedes Jahr musste Haydn laut Vertrag eine neue Messe am Hofe Esterhazys abliefern – muss schon sehr »modern« in den Ohren der damaligen Hörer geklungen haben, und sie war ein großer Erfolg, eine fast bildhafte, gefühlvolle Vertonung von Verzweiflung, Trost, Freude und Vertrauen. Der Eintritt zu den Konzerten kostet 120 Kronen. Schüler und Pensionäre zahlen 80 Kronen.
Stimmungsvoller Adventssonntag
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- SÜDERWILSTRUP/SØNDER VILSTRUP - 15.12.2008
- Stimmungsvoller Adventssonntag
- Kaum ein Platz blieb gestern in der Kirche zu Süderwilstrup frei, in die :Nordschleswigsche Gemeinde, Nordschleswigsche Musikvereinigung und :Jugendmusikfonds Nordschleswig zur Adventsvesper eingeladen hatten.
Bei den musikalischen Vorträgen begeisterten u. a. Marion Petersen, Sopran, und Olav Oussoren, Cembalo, sowie der Chor der Nordschleswigschen Musikvereinigung unter Leitung Peter v. d. Ostens. Einen besonderen Höhepunkt bildete die Lesung der Geschichte »Die Versuchung« von Renate Sprung durch Michael Grosse, Generalintendant des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters. Den Got-tesdienst gestaltete Pastorin Sylvia Laue, Gravenstein. Ein ausführlicher Bericht folgt.
Dänisch-deutscher Fest- und Musikgottesdienst im Dom
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- HADERSLEBEN/HADERSLEV - 20.05.2008
Im internationalen Bugenhagen-Jahr wartet der Haderslebener Dom am kommenden Sonntag um 10 Uhr mit einem dänisch-deutschen Festgottesdienst auf, der in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Erlebnis werden dürfte. Die Haderslebener Bande zu Martin Luther sind stark – die seines Mitstreiters und Freundes Johannes Bugenhagen (1485-1558) nicht minder. Bugenhagen verbrachte zwei Jahre in Dänemark, wo er die Reformation vollendete und somit entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung des kirchlichen Alltags in Dänemark und Norwegen gewann. Am kommenden Sonntag, 25. Mai, feiert das Haderslebener Stift das internationale Bugenhagen-Jahr anlässlich seines 450. Todestages mit einem dänisch-deutschen Festgottesdienst. Dass dieser auf den 25. Mai fällt, ist kein Zufall: Im Jahre 1539 feierte Bugenhagen Pfingsten in Hadersleben, bevor er gemeinsam mit König Christian III. nach Odense reiste. Ein Ereignis, das mit einem opulenten Musikgottesdienst begangen werden soll. Der »Buxtehude Kammerchor« der Nordschleswigschen Musikvereinigung (NMV) und »Das Flensburger Streichquintett« werden unter der Leitung von Peter von der Osten und Ole Brinth an der Orgel die Buxtehude-Kantate »Alles was ihr thut« aufführen. Der Gottesdienst, an dem Bischof Niels Henrik Arendt und Pastorin Christa Hansen mitwirken, wird in dänischer und deutscher Sprache abgehalten.
Ansprechende Alternative zur üblichen Praxis
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- HADERSLEBEN/APENRADE - 25.10.2008
- Herbstprogramm der Nordschleswigschen Musikvereinigung mit drei kleinen geistlichen Werken.
Vivaldis »Confitebor« und Gioachino Rossinis Jugendwerk »Messa di Rimini« zu hören. Heute um 17 Uhr besteht in der Kirche von Lügumkloster eine letzte Gelegenheit, mit den drei selten gespielten geistlichen Werken Bekanntschaft zu machen. Die Erstaufführung im Haderslebener Dom zeugte von einer sorgfältig fundierten Einstudierung, litt aber bei den einleitenden Durante- und Vivaldi’schen Stücken – je nach Sitzplatz – mehr oder weniger unter der problematischen und gewöhnungsbedürftigen Akustik. Als Folge zeichneten sich mangelnde Transparenz, Übergewicht des Orchesters und Gefangensein des Klanges in der Kirchenmitte ab. Bei der Rossini-Messe kamen sowohl Chor- wie Solistenstimmen wesentlich klarer zum Ausdruck – lag es nun an der akustischen Gewöhnung des Hörers oder der andersartigen Gewichtung der Komposition. Dicht bewegter, aber wie gesagt etwas diffuser Chorklang in den Ecksätzen bildete einen reizvollen Gegensatz zu den symmetrisch angeordneten Duetten sowie dem Quartett der Solisten in Durantes »Magnificat«. Mit Ole Brinth an der Orgel und Olav Oussoren am Cembalo beeindruckte das Vivaldi’sche »Confitebor« auf Worte des 110. Psalms für Solo-Alt, Solo-Tenor, Solo-Bass, Oboen, Streichinstrumente und Basso Continuo vor allem durch seine eigenwillige Instrumentierung und Lebendigkeit in Form von wechselnden Tempo- und Taktmaßen. Als umfangreicheres Hauptwerk des Programms schloss sich Rossinis »Messa di Rimini« aus dem Jahre 1809 an. Bereits die ausgedehnten Orchestervorspiele zu den einzelnen Abschnitten, vor allem aber die vokalen Kadenzen der Solisten vor Schluss ihrer arienhaften Partien ließen unverzüglich den Opernkomponisten erkennen. Dabei hatten die solistischen Beiträge durchaus unterschiedlichen Charakter: Große Entfaltung seiner schönen, sonoren Bassstimme zeigte Christfried Biebrach bei seinem »Laudamus te« – ein wahrer Lobgesang! Trauer – schon im Vorspiel durch die kleinen Sekunden der Oboen angekündigt – beherrschte das einfühlsam vorgetragene lange »Qui tollis peccata mundi« der Altistin Christa Bonhoff. Mozarthaft glänzte Sophie Ottosen in ihrem »Qui sedes ad dexteram patris«. Ihr kraftvoller Sopran erfüllte, besonders bei der Solo-Kadenz, den gesamten ausgedehnten Kirchenraum. Etwas mehr Zurücknahme des Orchesters hätte dem händelhaften Tenorsolo »Quoniam tu solus sanctus« Adam Riis’ wohlgetan, der nach häufig lang gehaltenen Tönen noch einmal seine volle Kraft in die Kadenz einbrachte. Die Chorsänger hatten besonders im Kyrie/Gloria sowie im abschließenden »Cum sancto spiritu« Gelegenheit, sich zu profilieren. Gut abgehoben wirkte das ruhige, in Moll gehaltene »Christe eleison« von dem einleitenden und später verkürzt wieder aufgenommenen kraftvollen »Kyrie«. Solistenpartien umrahmend geriet das Forte des Gloria-Chores zu einem überaus klangvollen Lobpreis. In ähnlicher Weise berührte das mächtige Schlusschor-Unisono zum Preise der Herrlichkeit Gottes, das – von der Konvention abweichend – in ein Dreiertakt-Amen mündete. Die Aufführung mehrerer Werke unter dem Thema »Kirchenmusik in Italien« erwies sich als alternatives Konzept zur üblicherweise gepflegten Praxis als sehr ansprechend. Denkansätze in dieser Richtung könnten z. B. eine Gegenüberstellung kontrastierender Werke ins Auge fassen und so gleichzeitig eine neuartige Herausforderung für die Chormitglieder schaffen. Von Jens Uwe Jessen
Vielseitiges musikalisches Erlebnis im Advent
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- KLIPLEFF/KLIPLEV - 18.12.2007
- Adventsvesper der Nordschleswigschen Musikvereinigung, des Jugendmusikfonds Nordschleswig und der Nordschleswigschen Gemeinde in Klipleff.
Dass nicht nur die Gottesdienste am 24. Dezember eine Vielzahl von Menschen in die Kirchen zu locken vermögen, sondern auch vorweihnachtliche Lesungen, umrahmt von Chorgesang, Solostimmen und Instrumentalspiel, ließ die Musikalische Adventsvesper zum 3. Advent in der Kirche zu Klipleff unter Leitung von Musikdirektor Peter von der Osten erkennen. In gemeinsamer Regie der Nord-schleswigschen Musikvereinigung, des Jugendmusikfonds Nordschleswig und der Nordschleswigschen Gemeinde wurde den Besuchern ein vielseitiges Erlebnis geboten, das auch zum Mitsingen von Gemeindeliedern einlud.
Den mit zunehmender Stille erwarteten Anfang machte der neu gegründete »Buxtehude-Kammerchor« der Musikvereinigung. Für viele unsichtbar, aus dem Seitenschiff heraus, legte Niels La Cours gregorianisch geprägte Motette »Laudate Dominum« den Grund für die rechte Adventsstimmung. Dietrich Buxtehudes pedalgewaltiges Orgelpräludium C-Dur, gespielt von Frank Laue, leitete über zu Pastorin Kirstin Kristoffersens Begrüßung mit den Worten des 24. Psalms. Einen weiteren Introitus bot der vielköpfig besetzte Hauptchor der Nordschleswigschen Musikvereinigung mit Andreas Hammerschmidts sechsstimmiger Motette »Machet die Tore weit«. Wie in vergangenen Jahren schloss sich eine Lesung an. Der Generalintendant des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters, Michael Grosse, rezitierte Viktor Blüthgens Erzählung »Das vertauschte Weihnachtskind«. Da konnte man seinen Spaß haben an der Geschichte der kleinen Elsbeth, deren sehnlichster Weihnachtswunsch ein Brüderchen ist: Ein Brief an den Ruprecht soll den in der Aufregung auf dem Wunschzettel vergessenen wichtigsten Wunsch nachreichen. Der landet allerdings nicht beim Ruprecht, sondern im Briefkasten des Kohlenhändlers Schlucker. Am Heiligen Abend dann kullern Tränen aus Elsbeths großen Kinderaugen: Das Brüderchen ist nicht unter den Geschenken. Da kommt von der Köchin die überraschende Nachricht, bei Doktors oben sei ein kleiner Junge angekommen. Eine Verwechslung! ruft Elsbeth und will gleich die Treppe hinaufstürmen. Von den Eltern gebremst, gelingt es auch am Weihnachtsmorgen noch nicht, das vermeintliche Brüderchen zu sehen. Ein weiterer Brief an den Ruprecht soll die Sache klären. Da wird für Elsbeth ein großes Postpaket vom Christkind abgegeben. Ein von Elsbeth unentdeckter blauer Stempel verrät allerdings den wahren Absender: Schlucker und Kompanie, Kohlenhandlung. Und was enthält die Kiste? Eine Puppe, einen Jungen, so groß, wie Elsbeth noch keinen gehabt hat. Ein beiliegender Brief vom Chistkind entschuldigt das Ersatzgeschenk, »zwar nicht lebendig, aber sehr schön«. Am selben Tag besieht Elsbeth Doktors neuen Jungen. Er ist schrumpelig und hässlich und quäkt fürchterlich. Elsbeth ist ihr Puppen-Brüderchen viel lieber. Das andere können Doktors behalten! Ein erster rein instrumentaler Beitrag zur Adventsvesper war das Konzert für Cembalo, Streicher und Basso continuo, A-Dur, von Johann Sebastian Bach. Begleitet von oft sparsamen Streichereinwürfen spielte Olav Oussoren den zartklingenden Cembalopart mit barocker Virtuosität. Auch die anschließende Bachkantate »Nun komm der Heiden Heiland« gehörte zu den Höhepunkten des adventlichen Gottesdienstes: Neben dem vollen Chorklang in den Ecksätzen traten Annette Lorenzen und Marion Petersen, beide Sopran, solistisch hervor. Erstere sang ihre Arie »Komm, Jesu, komm zu deiner Kirche« mit wunderbar klarem und reinem Ton. Kontrastreich, mit ganz anders gefärbter Sopranstimme, ließ Marion Petersen Rezitativ und Arie »Öffne dich, mein ganzes Herze« folgen. Eine biblische Lesung der Pastorin aus dem Matthäus-Evangelium, bei der Jesus die Zweifel, ob er der wahre Messias sei, aufhebt, bildete den Abschluss der Darbietungen, bevor sich der Buxtehude-Kammerchor noch einmal mit Albert de Klerks »Pater noster« hören ließ. Der große Chor der Musikvereinigung bekräftigte das Gebet orgelbegleitet mit Niels W. Gades romantischklangvollem »Amen«. Prachtvoller Abschluss dann zum ausgehenden Buxtehude-Jahr das g-Moll-Präludium des Meisters, bei dem Frank Laue noch einmal das volle Registerpotenzial der Klipleffer Orgel zum Klingen brachte. Wärme ging davon aus vor dem Aufbruch in den kalten Dezemberabend. Von Jens Uwe Jessen
Nordschleswig musikalisch in Rendsburg präsentiert
- Artikel aus dem Nordschleswiger
- RENDSBURG - 01.09.2008
- Festlicher Höhepunkt der Nordschleswig-Tage in Rendsburg
Am Sonnabend-abend, beim Festlichen Höhepunkt der Nordschleswig-Tage 2008 im Hotel ConventGarten in Rendsburg, überließ Peter von der Osten ihm für ein Lied die Leitung des Chores, der für das musikalische Programm sorgte. Peter Iver Johannsen dirigierte die 62 Sängerinnen und Sänger mit sichtlicher Freude. Dass »Falling in Love« so harmonisch klang, war dennoch wohl nicht ganz seinem Können als Chorleiter zu verdanken, aber »ich danke euch, dass ihr trotzdem schön gesungen habt«, so ein lachender Peter Iver Johannsen, der nach seiner 35-jährigen Amtszeit als Generalsekretär im Dezember Uwe Jessen seinen Posten überlassen wird.Der Begegnungsabend, zu dem Nordschleswiger sowie Rendsburger und Gäste aus der Umgebung geladen waren, wurde ein voller Erfolg, der nach Wiederholung in vier Jahren verlangt. Bisher ist die Bilanz der Nordschleswig-Tage sehr zufriedenstellend. »Ich denke, das sind viele interessante Veranstaltungen, die wir diese Woche vorbereitet und durchgeführt haben«, so Elke Heinz, Vorsitzende des Schleswig- Holsteinischen Heimatbundes (SHHB), Kreis Rendsburg, in ihrer Ansprache. Die Nordschleswig-Tage laufen noch bis kommenden Mittwoch.






